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Der Gelb Schwarzer Renner: ein beliebter und seltener Superkäfer

Der Volkswagen Käfer hat während seiner langen Lebensdauer nicht nur verschiedene technische Entwicklungen durchlaufen. Um den normalerweise hervorragenden Verkäufen einen zusätzlichen Schub zu geben, wurde das Lieferprogramm regelmäßig um eine spezielle Serie erweitert. Jeder Keverfan wird sich an den Weltmeister, den Jeans Bug, den Big Bug, den Winter Bug und den Silver Bug erinnern. Um die Wende 1972/1973 startete Volkswagen auf Basis des gerade erschienenen 1303 - des letzten stark modifizierten europäischen Käfers mit unter anderem Panoramafenster, Sicherheitsarmaturenbrett und 1302-Technologie - dem Gelb Schwarzer Renner.


Der Gelb Schwarzer Renner hatte eine auffällige und kontroverse Farbgebung. Bild: Volkswagen AG (bearbeitet)
Der Gelb Schwarzer Renner hatte eine auffällige und kontroverse Farbgebung. Bild: Volkswagen AG (bearbeitet)

Bedarf an sportlichem Käfer-Modell

In der großen Gruppe der Käferfahrer und -kenner bestand seit Jahren ein wachsender Bedarf an einem sportlichen Käfermodell. Rudolf Leiding - VW-Chef Anfang der 1000er Jahre - hatte inzwischen gesehen, dass die Konkurrenten von Opel (Kadett Rallye) Simca (XNUMX Rallye) das Auslieferungsangebot um sportliche Ausstattungsvarianten erweitert hatten. Während NSU seit mehreren Jahren Modelle wie TT und TTS trägt.

Es war die Ära, in der der Superkäfer die immergrüne Modellpalette abrundete. Zunächst als technisch und räumlich modifizierter 1302. Und ab 1972 unter anderem aufgrund der erneut stark modifizierten amerikanischen Sicherheitsanforderungen 1303. Zunächst hatten die VW-Konstrukteure die Idee, die sportlichen Ambitionen in Bezug auf den brandneuen 1303 in eine Version mit zu übersetzen Porsche Merkmale. Für Leiding ging das viel zu weit. Er befahl den Herstellern, den bekannten 1.584-cm³-Motor mit 50 PS des 1303 S als Basis zu verwenden.

Diskussion für den Bundestag

Trotzdem fühlte sich Leiding sehr für einen besonderen Käfer. Und dieses Gefühl führte schließlich zu einem 1303. Das Auto wurde in Saturngelb und mattschwarzen Farben lackiert. Ein Farbschema, das auf hoher deutscher politischer Ebene Fragen aufwirft, weil diese Farben einen aggressiven Fahrstil einladen könnten. Zusätzlich wurde der 'GSR' mit Stahlsporträdern ausgestattet, die von Reifen der Größe 175/70 HR 15 umgeben waren. Die Stoßstangen waren in mattem Schwarz lackiert.

Zwei Sportsitze mit Kopfstützen fanden im überwiegend schwarzen Innenraum des Gelb Schwarzer Renner Platz. Sowie ein Ledersportlenkrad. Diese Sonderausstattung war jedoch nicht das größte Geheimnis des Gelb Schwarzer Renner, der vor allem als Basis für einen wirklich sportlichen Käfer galt.

Der Gelb Schwarzer Renner wird in einer Edition von 3500-Stücken gebaut. 100-Originalexemplare sind nach wie vor weltweit bekannt. Bild: Volkswagen AG (bearbeitet)
Der Gelb Schwarzer Renner wird in einer Edition von 3500-Stücken gebaut. 100-Originalexemplare sind nach wie vor weltweit bekannt. Bild: Volkswagen AG (bearbeitet)

Besonderes Standardmerkmal

Die politischen Entscheidungsträger von Volkswagen gaben dieser Sonderversion erstmals eine "amerikanische" Standardfunktion. Zum Beispiel hat der 'GSR' standardmäßig Schlitze in der vorderen Abdeckplatte. Dies vereinfachte die Installation des optionalen Ölkühlers. Volkswagen schloss auch Vereinbarungen mit einer Reihe spezialisierter Tuner in Deutschland. Abhängig von den Kernaktivitäten könnten diese Tuner den Gelb Schwarzer Renner an die Wünsche des Käufers anpassen.

Käufer können zu den in den Verkaufsprospekten enthaltenen Tunern für angepasste Zylinderköpfe, ein angepasstes Fahrgestell, spezielle Doppelvergaser, Ölkühler oder Motoren mit Nennleistungen von 75 bis 200 PS gehen. Volkswagen erlaubte übrigens das Tuning durch einen ausgewählten Leistungsträger, wobei die Leistung auf maximal 100 PS anstieg und die Höchstgeschwindigkeit auf 165 Stundenkilometer maximiert wurde. Im Falle einer Leistungs- und Leistungssteigerung riet Volkswagen dringend zu einer verstärkten Kasten- und Radaufhängung, festeren Schwungrädern und den verstärkten Kastenträgern des 1303 LS Cabrio.

GSR
Raue Hülle, weißer Kern. Diejenigen, die den Gelb Schwarzer Renner in der Originalverkleidung behalten wollten, waren mit den grundlegenden Spezifikationen des hinten angebrachten 1.584 cc-Motors des 1303 S, auf dem die „GSR“ basierte, zufrieden. Bild: Volkswagen (bearbeitet)

Auch verschiedene Werksoptionen

Wer das alles nicht wollte und wollte, dass der Gelb Schwarzer Renner seine ursprünglichen technischen Spezifikationen beibehält, konnte auch aus einer Reihe von Werksoptionen wählen. Beliebt waren die zusätzlichen Scheinwerfer und der 'Halogen H4 Umrustsatz' sowie die ab Werk erhältliche verstärkte Dämpfung. Eine Auswahl anderer Optionen: ein Drehzahlmesser, ein Radio, ein Feuerlöscher und eine Uhr können auf dem Bestellformular angekreuzt werden.

Besonderes und seltenes

Der Gelb Schwarzer Renner. Es war eine spezielle Version für den deutschen Markt. Und es blieb eine Sonderausgabe. Denn zwischen dem 27. Dezember 1972 und dem 1. Februar 1973 verließen 3.500 Einheiten das Werk in Wolfsburg, wo sie eine ideale Grundlage für weitere Anpassungen erhielten.

Und die Art und Weise, wie Leiding mit diesen Möglichkeiten umging, war klug. Durch das Outsourcing der Tuningarbeiten konnte Volkswagen den Gelb Schwarzer Renner problemlos in den eigenen Produktionsprozess integrieren und zu günstigen Kosten bauen. Der Gelb Schwarzer Renner war daher in jeder Hinsicht eine einzigartige Antwort auf die vorherrschende Atmosphäre der "Sportpersonalisierung". Und bis heute ein begehrtes Sammlerstück, von dem weltweit rund 100 personalisierte oder nicht personalisierte Stücke noch unterwegs sind.

 

 

Geschrieben von Erik van Putten

4 Kommentare

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  1. Unter der gleichen Überschrift „aggressiv“ fielen die spiegelbildlichen Buchstaben „Turbo“ auf den Frontspoiler des BMW2002.
    Was die Leute nicht aggressiv macht. . ..

  2. Hey Jeroen

    Ihre obige Antwort ist von Herzen.
    Und die Opel und Fords mit ihren amerikanischen Genen werden vermisst.
    Und natürlich die Lancias und die Wolseleys usw. usw.
    Aber setzen Sie Jan den Holländer in sein deutsches Auto und dann kann er wie ein ASO fahren
    weil sie es einladen, dafür gebaut und entworfen sind und all dies ausstrahlen.
    Ihr durchschnittlicher Deutscher sieht das nicht einmal.

  3. Es ist etwas ganz Besonderes, dass es zu dieser Zeit politische Unruhen gab, weil ein Auto "einen aggressiven Fahrstil anregen würde". Ich kann derzeit kein deutsches Auto nennen, das nicht. Die Aggression strahlt normalerweise vom Design / der Beleuchtung (verärgerte Zuschauer), der Einstellung der Motoren (kein Gas oder Vollgas) und dem damit verbundenen Fahrverhalten vieler Fahrer (m / w) aus.

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