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Citroën und manipulieren

sabotieren

In diesem Jahr, 75 Jahre nach der deutschen Kapitulation, wird dem Zweiten Weltkrieg viel Aufmerksamkeit geschenkt. Und in dieser Zeit tauchen viele Geschichten und Anekdoten auf. Die listige Sabotage von Citroën ist ein gutes Beispiel dafür.


Sabotage: der Ursprung

Das Wort Sabotage wurde während der großen Streiks von 1886 in Lüttich im wallonischen Industriebecken geboren. Während der industriellen Revolution wurde festgestellt, dass im Notfall beim Weben von Staub eine Verstopfung (ein Schuh) in die Maschine eingebracht wurde, um den Prozess sofort zum Stillstand zu bringen.

Sabotage funktioniert

Im Falle von Streiks wurde die missbräuchliche Verwendung von Schuhen jedoch erst später strukturell angewendet. Die Arbeiter zerstörten die spröden gusseisernen Produktionsmaschinen mit ihren Holzschuhen (französisch: Sabot). Schwerindustriearbeiter trugen sehr schwere Clogs, da sie auch eine Sicherheitsfunktion als Vorläufer von Sicherheitsschuhen hatten. Die Kraftübertragung erfolgte zu dieser Zeit hauptsächlich über Getriebe. Das Herunterfahren des Koffers geschah also einfach, indem man einen Klumpen dazwischen warf.

Die Sabotage bei Citroën war genauso einfach und effektiv

Nach der Besetzung wurde die französische Industrie für die deutschen Kriegsanstrengungen eingesetzt. Pierre Jules Boulanger, der Chef von Citroën dachte, es nütze wenig, den Hintern gegen die Krippe zu werfen. Solche Aktionen wurden von den Deutschen submodal gewürdigt. Es fehlte ihm jedoch die eigentliche Motivation, Fahrzeuge für die verhassten Nazis zu bauen. Er würde die Lastwagen bauen, nach denen die Nazis fragten. Aber er hatte einen Plan.

Einfach aber effektiv

In John Reynolds BuchCitroën 2CV"Boulangers Plan wird beschrieben. Zunächst wies er seine Leute an, Produktionsrekorde nicht zu brechen. Aber das Geniale an Boulangers Herangehensweise war ein wunderbar subtiles Detail: Er hatte die Markierungen für den niedrigsten Ölstand an den Ölmessstäben etwas niedriger als gewünscht eingestellt. Die Blöcke liefen daher konstruktiv mit zu wenig Öl. Und brach. Und das, während die deutschen Fahrer und Techniker äußerst gründlich dafür sorgten, dass der Ölstand nie unter die tiefste Marke am Ölmessstab fiel.

Das geschah auch mit den Lastwagen des Typs, den wir gestern Abend in einem Indiana Jones-Film gesehen haben. Nur die Citroën in dieser wunderbaren Bastion am Ende, weil sie von einem Panzer beschossen wurde.

Natürlich brachen die Motorblöcke erst nach einer Weile, und unter Last - wenn sie also wirklich arbeiten mussten - brachen sie zusammen. Die dogmatisch denkenden deutschen Techniker kamen nicht auf die Idee, dass es Verrückte geben würde, die so etwas gottloses tun könnten, wenn die Ölmessstäbe mit den falschen Markierungen versehen würden. Die zusätzliche Kontrolle während der Produktion brachte also nichts.

Mit viel Gewalt oder mit Klugheit

Die französische Widerstandsbewegung richtete nach dem Zweiten Weltkrieg großen Schaden an, indem sie Kommunikationsnetze und Eisenbahnen in die Luft jagte. Indem die Deutschen diese lebenswichtigen Mittel zerstörten oder beschädigten, konnten sie den Alliierten keinen ausreichenden Widerstand leisten. Dies gab den alliierten Truppen genügend Zeit, um eine solide Basis in der Normandie zu schaffen. Aber so viel subtile Klugheit wie mit der Handlung von Citroën? Das war super

In der Zwischenzeit ist der Krieg über 75 Jahre und existiert Citroën 100-Jahr. Und beides kann gefeiert werden.

Ein weiterer Tipp für Ölfreunde: Online nach '710'er deckel' suchen


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6 Kommentare

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  1. Schöne Geschichte, aber das Gleiche gilt für Renault. Schließlich musste er auch Lastwagen für die Nazis bauen (die AH-Serie ja) und auch dort waren die Leitungen auf den Ölmessstäben zu niedrig. Na ja, vielleicht fiel es beiden ein Citroën als Renault für.

      • Anscheinend habe ich mich ein halbes Jahrhundert lang geirrt… André lebte dank seiner Eltern mit Migrationshintergrund bereits dort. Der Name seines Vaters war übrigens Levie.

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