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Gijs van Lennep. Ein halbes Jahrhundert Le-Mans-Sieger

Heutzutage gibt es für den niederländischen Motorsport-Enthusiasten viel zu feiern. Max Verstappen hat derzeit eine hervorragende Formel-1-Saison und führt derzeit die Gesamtwertung an. Die Streckenerfolge sind für die niederländische Beteiligung nicht immer gleich. Auch die 24 Stunden von Le Mans nicht. Aber niederländische Fahrer erzielten während dieses Marathonrennens Erfolge. Wie Gijs van Lennep. 1971 gewann er mit dem Porsche 917 Kurzheck das legendäre Rennen in Frankreich. 


Das Rennen am 12. und 13. Juni 1971 war das 39e Ausgabe der '24 Heures du Mans'. Gijs van Lennep fuhr zum zweiten Mal das französische Langstreckenrennen, und die Vorzeichen standen gut. Nach seinen guten Leistungen wurde Van Lennep 1970 bei Porsche zum Werksfahrer befördert. Der Niederländer übernahm deshalb das Steuer des offiziellen Martini-Werksteams, das nicht als einziges Team mit Porsche-Kopien an den Start ging. Denn neben Martini Racing fuhr JW Automotive Engineering auch rund 917 Exemplare, die in den Gulf-Farben lackiert waren. Es handelte sich um zwei 917 Langheck (langes Heck) Versionen, die bei Porsche mit einer noch höheren Höchstgeschwindigkeit berechnet wurden als normal könnte erreichen. Martini Racing hatte auch einen 917 Langheck im Feld der Le Mans 1971.

Alles für weniger Gewicht: Magnesium-Chassis

Diese war jedoch nicht mit Gijs van Lennep und Helmut Marko, dem aktuellen Berater des Red Bull Formel-1-Teams, besetzt. Mit dem Porsche 917 Kurzheck fuhren sie das Marathonrennen in Frankreich. Dieses KH unterschied sich nicht von seinen größeren Brüdern nur in der Höhe. Es gab auch konstruktive Differenzen. Die Fahrgestellnummer 917-053 bestand tatsächlich aus Magnesium, im Gegensatz zu den anderen Exemplaren des berühmten Porsche-Rennwagens, die einen Rohrrahmen aus Aluminium hatten. Das Besondere war, dass das Auto so leicht war, dass die Techniker einen zusätzlichen Öltank einbauen konnten, um das gesetzlich vorgeschriebene Mindestgewicht zu erreichen. Dies hatte unter anderem den Vorteil, dass durch den Ölüberschuss eine zusätzliche Kühlmöglichkeit geschaffen wurde.

Porsche dominiert im Qualifying

Im Qualifying dominierte Porsche. Drei Porsche 917 Langheck-Exemplare waren vorne dabei. Van Lennep belegte mit seiner Kurzheck-Version im Martini-Trimm den fünften Startplatz. Doch während des Hauptrennens schieden mehrere Autos aus, darunter auch die Porsche-Fahrzeuge, die mit direkten Konkurrenten besetzt waren. Van Lennep und Marko nutzten tatsächlich die erweiterte Kühlmöglichkeit ihres 917. Sie diente der Betriebssicherheit und in Kombination mit einer starken Strategie und dem Scheitern mehrerer Konkurrenten konnte das niederländisch-österreichische Team die Führung übernehmen.

Fast keine Bremsen mehr

Der erste Platz von Van Lennep und Marko war dann nicht mehr in Gefahr, obwohl die erfinderischen Bremsen noch einige Bedenken bereiteten. Porsche fuhr erstmals mit Löchern in den Bremsscheiben zur besseren Kühlung. Laut Gijs van Lennep war das ein Fund von Ferdinand Piëch, dem großen Mann hinter der 917er-Baureihe von Porsche. Es traten Risse in den Scheiben auf, und die niederländisch-österreichische Besatzung wurde angewiesen, beim Bremsen vorsichtig zu sein. Die Geschichte besagt, dass das Duo beschlossen hat, die Bremsanlage ihres Porsche 917 Kurzheck fast vollständig zu verwenden.

Rache an „1970“ mit langjährigen Rekorden

Van Lennep und Marko holten den zweiten Sieg in Folge für Porsche in Le Mans. Für Van Lennep war der Sieg 1971 eine große Genugtuung und eine schöne Revanche für die einjährige Ausgabe. Bei diesem ebenfalls von Porsche gewonnenen Rennen schied das Team Van Lennep-Piper aus. Letzterer ging in einer Siegerposition von der Strecke. Ein Jahr später klappte für Van Lennep in Le Mans mit einer Gesamtdistanz von 5.335 Kilometern und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 222,3 km/h alles. er und Helmut Marko stellen Rekorde auf, die jahrelang in den Büchern blieben. Sie dauerten bis 2010. Erst nach 39 Jahren wurden die Rekorde gebrochen.

Lebendige Erinnerung

Der Sieger-Porsche von Van Lennep und Marko steht an prominenter Stelle im Porsche-Museum in Stuttgart. Gelegentlich ist er auch bei historischen Veranstaltungen zu sehen, wie dem bevorstehenden Historic Grand Prix in Zandvoort vom 16. bis 18. Juli. Aus Sicherheitsgründen darf das Auto nicht mehr gefahren werden. Ein wichtiger Grund dafür ist, dass die Gefahr besteht, dass das Magnesium reißt und damit das Chassis bricht. Mit der Zeit wird das Magnesium spröde. Das ändert nichts daran, dass die Erinnerung an einen legendären niederländischen Motorsporterfolg mit Porsche wach bleibt. Und wird am Leben gehalten.

Bildnachweis: Porsche


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6 Kommentare

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  1. Magnesium birgt neben der Versprödung auf Dauer noch eine weitere nicht unwichtige Gefahr. Wenn Magnesium brennt, dürfen Sie das AB-SO-LUT NICHT machen! mit Wasser löschen. Magnesiumbrände (eigentlich alle Metallbrände) sind so heiß, dass das Wasser, das man darauf wirft, sich sofort in Wasserstoff und Sauerstoff aufspaltet und dann wieder in die Hände fliegt, so dass man das Feuer verstärkt. Jo Schlesser kann dir alles (oder besser gar nichts) dazu sagen. Es stürzte 1968 mit der Honda RA302 (ebenfalls aus Magnesium) ab und die Pompiers, die es damals wohl nicht besser wussten, löschten es mit Wasser. Sie können sich vorstellen, was mit Schlesser passiert ist. Hoffentlich waren sie 1971 durch Versuch und Irrtum weise geworden, dass sie dann wussten, was mit Autos aus Magnesium zu tun war, die Feuer fangen konnten.

    1988 gewann übrigens auch ein Niederländer in Le Mans und das war allenfalls eine Fußnote in den verschiedenen Sportkategorien. Denn obwohl die EM gerade erst begonnen hatte, wurde der Sieg von Lammers nicht wichtig genug erachtet. Die Niederlande mussten noch ihr erstes Spiel bestreiten (das sie verloren), erhielten aber viel mehr Aufmerksamkeit.

    • Sehr mutig, als Jan Lammers den Silk Cut Jaguar 1988 über die Ziellinie fuhr, und zwar mit defektem Getriebe. Jan stand damals in England im Rampenlicht; erhielt dort sogar eine königliche Ehre. Das Auto ist im National Motor Museum in Beaulieu ausgestellt.

  2. Von jr. Gijs Ich habe viel gelernt, was ich noch täglich in die Praxis umsetze.
    Ohne ihn wäre ich am ersten Tag mit meinem Porsche 930 (im Volksmund 911 Turbo genannt) in die Tore gefahren.
    Dieses Auto hatte serienmäßig belüftete und gelochte Bremsscheiben.
    Bei einem Besuch bei Porsche in Zuffenhausen und Weissag stellte ich mir die Frage:
    Woher kommen diese Löcher???? Die Erklärung die ich bekam war folgende:
    Wenn die Scheiben heiß werden und die Beläge damit in Berührung kommen, kann eine hauchdünne Schicht des Bremsmaterials flüssig werden und sich auf der Oberfläche der Beläge sogar verdampfen. Dadurch könnten die Blöcke sozusagen "aquaplanen", die Löcher sind dazu da, dies zu verhindern.

  3. Ja, tolle Geschichte von Magnesium-Spröde hat man noch nie gehört, also lernt man etwas.
    Martini ////Golffarben schöne Kombinationen

  4. Gijs van Lennep war in der Tat ein sympathischer Mensch, im Gegensatz zu Ferdinand Piech, der zwar talentiert, aber ein echter Miesmayer war. Aber darauf beruhte sein Erfolg.

  5. Gijs van Lennep war einer der besten Fahrer seiner Zeit. Auch in Italien war er aktiv.
    Ich habe ihn auch als Instruktor bei den Maaskant Autotrainingstagen besser kennengelernt und er hat sehr gute Ratschläge gegeben, die bei meinen Rallyes nicht geschadet haben. Danke Gijs für mich, du bist die Spitze.

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